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Die Turmdeckelschnecke wird oft nicht bewußt ins Aquarium eingesetzt, sondern meist über die Wurzelballen von Pflanzen eingeschleppt. Da sie bezüglich des Substrates, der Wasserwerte und anderer Parameter sehr anspruchslos ist, etabliert sie sich -vom Aquarianier zunächst unbemerkt- recht schnell.
Zunehmend mehr Aquarianer setzen die Turmdeckelschnecke wegen ihrem hohen Nutzen oder einfach zum Beobachten bewußt ins Aquarium ein.
Nützlich ist die Turmdeckelschnecke nicht nur als Resteverwerter im Aquarium, sondern sie gilt vor Allem aufgrund ihrer Wühltätigkeit als „Regenwurm des Aquarianers“:
Durch ihre Wühltätigkeit durchmischen sie das Substrat und verhindern dadurch die Entstehung stinkender (sauerstoffreier) Fäulnisherde im Bodengrund, die für das Pflanzenwachstum und die Wasserqualität im Aquarium insgesamt schädlich sind. Die von den Schnecken aufgearbeiteten organischen Stoffe (Nahrung: s.o.) können von den aerob lebenden Bodenbakterien vollständig mineralisiert werden, werden durch die Wühltätigkeit der Schnecken gleichmäßig im Substrat verteilt und stehen so den wurzelnden Wasserpflanzen als natürlicher Dünger wieder zur Verfügung. Dabei wühlen die Schnecken aber nicht so stark, daß etablierte Wasserpflanzen ausgegraben werden könnten. Eine besondere Einrichtung des Aquariums ist für die Turmdeckelschnecke nicht erforderlich.
Um den Turmdeckelschnecken ihre nützliche Arbeit zu erleichtern, ist ein Sandboden von Vorteil, jedoch finden sie auch in groben Kies ihren Weg.
Da sich Melanoides tuberculatus je nach Gehäusegröße meist nicht tiefer als 3cm in den Grund wühlt, kommen wesentlich tiefere Bodenschichten nur ausnahmsweise in den Genuß ihrer Arbeit. Eine wesentlich dickere Substrathöhe als ca. 4cm ist somit weniger zu empfehlen. Die recht stabilen Gehäuse der Schnecken können die Pumpe von Filtern blockieren oder sich in CO2-Reaktoren ansammeln. Um die Wartungsintervalle an der Pumpe zu verlängern, hilft es ein Stück feinen Filterschwamm über den Ansaugkorb zu stecken. Daß auch kleinste Schnecken angesaugt werden, läßt sich nur mit einer feinen Gaze verhindern, die sich durch anderen Schmutz zwar schnell dichtsetzt, aber bei guter Zugänglichkeit des Ansaugstutzens leichter zu reinigen ist als eine Pumpe.
In der Natur ernährt sich die Turmdeckelschnecke im und auf dem Bodengrund von Diatomeen und anderen Algen, Detritus, verrottenden Pflanzenteilen und Aas. Lebende, höhere Wasserpflanzen werden nicht angefressen.Diese Anspruchslosigkeit machen die Turmdeckelschnecke auch im Aquarium zu einem nüztlichen Resteverwerter. Abgestorbene Pflanzenteile, zuviel gegebenes (Fisch-) Futter, Kot anderer Aquarienbewohner usw. werden von der Turmdeckelschnecke zu unschädlichem Mulm verarbeitet, bevor diese Stoffe in Fäulnis übergehen. Eine besondere Fütterung der Turmdeckelschnecken ist im Gesellschaftsaquarium daher nicht erforderlich. In einem reinen Schneckenbecken nimmt sie auch angebotene Nahrung in Form von verschiedenen Gemüsesorten oder Futterflocken und Tabletten jedweder Art an. Bevorzugt werden dabei Gemüse und Futtertabletten mit einem hohen pflanzlichen Anteil.
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